Viele Hüte: Ruben Höppner und Clara Trumpf

Shownotes

Ihr wollt wissen, wie man vom VWL-Studium zur Buchhändlerin wird oder warum ein Formularfehler zum Traumjob als Verleger führen kann? Dann ist diese Folge genau richtig für euch.

Das erwartet euch:

Der Fragentornado: Clara und Ruben stellen sich gegenseitig 90 Sekunden lang Blitzfragen – von "Stift oder Tastatur" bis "Amazon: Gegner, Ausrede oder Realität?" Ausbildung und Nachwuchsförderung: Warum duale Ausbildung im Buchhandel so wichtig ist Zeitmanagement als Solo-Selbstständige/r: Wie man 300 offene Tasks überlebt, ohne auszubrennen Die Buchhandlung Taube in einer 600 Jahre alten Kapelle in Marbach Buchtipps: "Das Buch der Unruhe" von Fernando Pessoa und "Ebe Sommer" von Franziska Genzler Wünsche an die Zukunft der Buchbranche Für euch, wenn ihr:

gerade überlegt, in die Buchbranche einzusteigen oder eine Ausbildung zu machen euch für unabhängige Verlage und Buchhandlungen interessiert wissen wollt, wie man Nebenjob, Studium/Promotion und Herzensprojekt unter einen Hut bringt Mitmachen: Die Wahlkabine zum Börsenblatt Young Excellence Award ist noch bis zum 15. Juli offen – stimmt für eure Favoritin oder euren Favoriten ab!

Die Wahlkabine beim #yeaward26 ist offen: https://www.boersenblatt.net/news/yeaward26-die-wahlkabine-ist-offen-428673

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​: Kai-Uwe Vogt: Herzlich willkommen zu Jung & Exzellent, der Show zum Börsenblatt Young Excellence Award. Ich freu mich sehr, denn ich bin heute mit zwei weiteren Nominierten beim Börsenblatt Young Excellence Award zusammen, darf 'n bisschen mit denen quatschen. Mein Name ist Kai-Uwe Vogt, ich bin Redakteur beim Börsenblatt und ich bin heute hier mit der fabelhaften Clara Trumpf, Buchhändlerin bei der Buchhandlung Taube. Kai-Uwe Vogt: Herzlich willkommen, Clara. Clara Trumpf: Hallo. Kai-Uwe Vogt: Und mit Ruben Höppner. Jetzt muss ich mir eins von mehreren Dingen aussuchen. Du bist, äh, Anthea-Verleger, du bist Übersetzer und du bist Dozent an der Uni in Potsdam. Du bist nämlich auch Slawist. Hi Ruben. Ruben Höppner: Hi. Kai-Uwe Vogt: So, ich freu mich sehr. Wir haben so ungefähr 30 Minuten, äh, wieder Zeit.

Kai-Uwe Vogt Ich hoff, Ruben, du bist nicht so leer gequatscht, weil du warst: grade, äh, auf dem Mediacampus Frankfurt unterwegs und hab, äh, hast da 'n langes Podcastgespräch, äh, schon hinter dir im Gudé-Podcast. Für alle, die das, äh, vielleicht auch noch mal sehen, äh, sehen und hören wollen. Zu, zu sehen kann man, sehen kann man das da nämlich auch. Kai-Uwe Vogt: Ähm, genau. Nein, ich Ruben Höppner: hab noch Energie. Wir Kai-Uwe Vogt: können. Heute ist es auch nicht ganz so heiß wie, äh, wie damals. Okay, wir machen das heute auch so: Es gibt gleich, wir gehen direkt erst mal rein. Ihr dürft euch erst mal gegenseitig bisschen auf 'n Zahn fühlen bei unserem Fragentornado. Da würd ich sagen, Clara, du darfst zuerst den Ruben bisschen grillen, ihm deine Fragen in die Ohren werfen und du hast dafür 90 Sekunden Zeit.

Kai-Uwe Vogt Äh, dann drehen wir 'n Spieß rum und dann, ähm, gibt's Buchtipps von euch und ihr dürft natürlich auch wie die anderen der Buchbranche was wünschen. Äh, vorab, bevor ich's nachher nämlich vergesse, ganz wichtig der Hinweis Die Wahlkabine beim Börsenblatt Young Excellence Award, das ist ein Preis für Young Professionals, die wirklich hoch engagiert sind, tolle Ideen haben,: äh, gründen, machen, helfen, die Buchbranche bewegen. Kai-Uwe Vogt: Äh, und das wird per Publikumsvoting entschieden und da ist die Wahlkabine offen und man kann Kai-Uwe Vogt: abstimmen. Genau. Das war die Vorrede. Jetzt geht's direkt in den Fragentornado. Clara, leg deine Fragen zurecht. Du hast 90 Clarra Trumpf: Sekunden Kai-Uwe Vogt: Zeit. Los geht's. Clarra Trumpf: Stift oder Tastatur? Ruben Höppner: Stift. Clarra Trumpf: Russisch oder Tschechisch? Ruben Höppner: Tschechisch. Clarra Trumpf: Lesezeichen oder Eselsohren? Ruben Höppner: Ganz klar, Eselsohren. Clarra Trumpf: Original oder Übersetzung? Ruben Höppner: Oh, oh, oh, heavy. Ich würd sagen Übersetzung . Clarra Trumpf: Äh, Novis oder Backlist? Ruben Höppner: Äh, Novis. Clarra Trumpf: Was ist dein jetziger Lieblingstitel in deinem Programm? Ruben Höppner: Äh, Pfingsten von Miroslav Lautscho. Clarra Trumpf: Äh, Einzeltitel oder Serie? Ruben Höppner: Einzeltitel.

Clarra Trumpf Lieber ein Buch unter: zweihundert Seiten oder lieber ein Buch über vierhundert Seiten. Ruben Höppner: Lieber ein Buch unter zweihundert. Clarra Trumpf: Äh, einmaliges oder mehrmaliges Lesen? Ruben Höppner: Äh, einmaliges Lesen. Clarra Trumpf: Büchner-Preis oder Deutscher Buchpreis? Ruben Höppner: Büchner-Preis. Clarra Trumpf: Äh, Hardcover oder Taschenbuch? Ruben Höppner: Äh, Taschenbuch. Da haben mehr Leute was von, also die nicht so viel Geld haben. Clarra Trumpf: Rucksack oder Koffer? Ruben Höppner: Hat sich verändert. Früher Rucksack, jetzt tatsächlich Koffer. Clarra Trumpf: Äh, Krawatte oder Jogginghose? Ruben Höppner: Eher Jogginghose. Clarra Trumpf: Was ist dir am schwersten gefallen zu lernen als Quereinsteiger im Verlag? Ruben Höppner: Ähm, tatsächlich, äh, Zeitmanagement. Clarra Trumpf: Lieber kurze Sätze oder lange Sätze? Ruben Höppner: Kurze Sätze. Kai-Uwe Vogt: Wow. Ruben Höppner: Oh, Kai-Uwe Vogt: die waren Ruben Höppner: gut.

Kai-Uwe Vogt Vielen Dank. Spannend. Und, äh, hast natürlich direkt, äh, unbewusst und ungewollt den Finger in die Wunde gelegt. Ich habe nämlich, Ruben, einen deiner Jobs vergessen. Du bist nämlich natürlich auch, und: das darf ich nicht unterschlagen, Übersetzer. Das machst du auch noch, aber nicht die Titel in deinem eigenen Verlag. Kai-Uwe Vogt: Dafür hast du, glaube ich, auch gar keine Zeit, äh, sondern, ähm, für- Ruben Höppner: Aber ich habe es jetzt, das habe ich auch im Podcast gesagt bei Gude, dass ich das gerade nicht mehr schaffe. Also ich habe jetzt noch eine Übersetzung fertig gemacht. Heute habe ich das Lektorat noch bearbeitet, das ist jetzt abgegeben und dann habe ich die Zeit nicht mehr. Kai-Uwe Vogt: Über Zeitmanagement, genau, äh, werden wir definitiv, äh, noch reden mit euch beiden. Aber jetzt darfst du erst mal auch deine Fragen hervorholen. Wahrscheinlich liegen die da schon und- Ruben Höppner: Mhm. Ja, ja. - Kai-Uwe Vogt: kannst die Clara stellen. Und los geht's. Ruben Höppner: Ähm, Buchhandlung oder Klassenzimmer? Clarra Trumpf: Buchhandlung. Ruben Höppner: Kaffee vor Ladeneröffnung oder Feierabendbier? Clarra Trumpf: Weder noch. Ruben Höppner: Okay, ich habe dieselbe Frage auch. Hardcover oder Taschenbuch? Clarra Trumpf: Hardcover. Ruben Höppner: VWL oder Vorlesen? Clarra Trumpf: Vorlesen.

Ruben Höppner: Schaufenster oder Excel? Clarra Trumpf: Schaufenster. Ruben Höppner: Buch, Liebe oder Buchhandwerk? Clarra Trumpf: Liebe. Ruben Höppner: Mhm. Gatekeeping oder Großzügigkeit? Clarra Trumpf: Großzügigkeit. Ruben Höppner: Das ist jetzt ein bisschen, ähm, Wortspielerei: Mehr Mut oder mehr Marge? Clarra Trumpf: Mut. Ruben Höppner: Amazon: Gegner, Ausrede oder Realität? Clarra Trumpf: Realität, aber generell find ich Konzerne in der Größe äußerst problematisch. Ruben Höppner: Genau, äußerst problematisch. Ähm, Nachwuchsproblem oder Nachwuchs- Clarra Trumpf: Also wenn ich ab, äh, bin ich... Ruben Höppner: Ah. Clarra Trumpf: Nachwuchsproblem oder? Ruben Höppner: Genau, Nachwuchsproblem oder Nachwuchschance? Clarra Trumpf: Chance. Ruben Höppner: Äh, ein Satz, den Azubis öfter hören sollten. Clarra Trumpf: Äh, du bist hier was wert. Ruben Höppner: Sehr schön. Eine,

Kai-Uwe Vogt eine Frage will ich noch hören, weil die, äh, Verbindung eben kurz weg: war. Ruben Höppner: Optimismus ist Pflicht, Luxus oder Überlebensstrategie? Clarra Trumpf: Überlebensstrategie. Ruben Höppner: Okay, danke dir. Sorry, die eine wollte dich auch challengen, aber ich hätt jetzt auch, ich hab mir grad überlegt, ich hätt da drauf jetzt auf die Schnelle auch keine Antwort gehabt. Clarra Trumpf: Ja, ist schwierig. Ruben Höppner: Ja, Clarra Trumpf: ist schwierig. Es, ja. Kai-Uwe Vogt: Deep, deep thoughts, harte Fragen. Nicht so, nicht so Tee- oder Kaffeemäßig. Ruben geht direkt ins Volle und, äh- Ruben Höppner: Ich hab's ja mit Kaffee oder Bier versucht, aber Clarra Trumpf: keine Ahnung. Ich trink weder Kaffee noch Bier. Also. Kai-Uwe Vogt: Was bleibt noch? Tee und Rotwein. Clarra Trumpf: Wasser. Ich trink keinen Alkohol. Ruben Höppner: Ähm, genau. Tee. Apfelschorle. Holundersaftschorle. Clarra Trumpf: Holundersaft ist gut, ja. Johannisbeerschorle ist gut. Ruben Höppner: Hm. Kai-Uwe Vogt: Jetzt kommen wir, kommen wir auf Sommergetränke. Genau. Ruben, äh, hat es, äh, hat denn oder ihr beide, äh, gegenseitig eure Porträts. Es gibt ja auch, äh, ausführliche Porträts. Ihr wurdet ja, Clarra Trumpf: äh,

Kai-Uwe Vogt schon interviewt für 'n: Printpor..., Kai-Uwe Vogt: äh, Printporträt online, genau. Äh, für ein, äh, Onlineporträt. Ähm, und da habt ihr auch schon ganz viel, äh, über euch, äh, preisgegeben und man sieht, ihr habt das gegenseitig natürlich studiert, äh, für eure Fragen. Und Ruben hat's eben schon angedeutet, Clara, du bist, ähm, nicht nur, äh, Buchhändlerin, sondern du, äh, bildest auch den Buchhändlernachwuchs aus. Kai-Uwe Vogt: Du bist nämlich Nebenlehrerin, heißt das, glaub ich, an der Klettkotterschule, ähm, und bringst da, äh, wenn ich's richtig, äh, zusammenfasse, wahrscheinlich, äh, äh, den, dem Buchhändler-Nachwuchs, äh, den, äh, Azubis Betriebswirtschaft bei. Stimmt das so? Clarra Trumpf: Ja, genau. Also das ist, ich glaub, das gibt's tatsächlich nur in Baden-Württemberg in Deutschland, das Konzept von Nebenlehrern, dass Menschen, die eigentlich im Beruf arbeiten, die berufsbezogene Betriebswirtschaft an Berufsschulen unterrichten, äh, dass sie halt dann keinen pädagogischen Hintergrund haben, sondern betrieblichen.

Clarra Trumpf Was ich eigentlich sehr wertvoll: finde, weil natürlich fehlt mir ein Pädagogikstudium, aber gleichzeitig, äh, denk ich, kann ich das besser vermitteln und weiß da einfach 'n bisschen mehr über die Branche, wie jetzt 'ne Lehrkraft, die halt noch nie in der Buchbranche gearbeitet hat und das dann vermitteln muss. Kai-Uwe Vogt: Ja, doch. Man, man sagt das ja, äh, dann auch manchmal, dass dann halt, ja, eben dieser Praxisbezug, ähm, und grade, äh, es, es sind ja dann in den, ich weiß nicht, an der Klett-Cotta-Schule ist wahrscheinlich, äh, bisschen anders, stell ich mir vor, äh, zumindest, dass dort eben viele, äh, also dass dort Buchhändler:innen, äh, eben sind. Kai-Uwe Vogt: Aber an anderen Berufsschulen, ähm, ist es ja noch bunter, äh, bunter gemischt und dann, äh, fehlt, glaub ich, manchmal so der Buchhandelsbezug, jedenfalls, äh, höherer. Ist, äh, ist, äh, ist das so. Ähm, wie ist das in der Klett-Cotta-Schule? Sind das dann nur Buchhändler:innen, die vor dir sitzen? Clarra Trumpf: Ich hab tatsächlich nur die Buchhändler:innen.

Clarra Trumpf Ähm, es gibt da aber natürlich auch, äh, Verlagskaufleute und, äh, also es heißt mittlerweile, äh, Kaufleute für Digital- und Printmedien ist, glaub ich, der Ausbildungsberuf mittlerweile. Äh, und: andere Sachen so in die Richtung. Ähm, haben tatsächlich auch viele Drogist:innen, äh, die Cotta-Schule. Also Buchhandel ist da nicht das Größte, äh, aber was halt die Cotta-Schule, weswegen die wichtig ist, ich die wichtig finde, ist, dass die Tagesunterricht anbietet, kein Blockunterricht. Clarra Trumpf: Äh, das ist für viele kleine Buchhandlungen einfach wichtig, weil die Azubis ja wirklich als Arbeitskräfte Kai-Uwe Vogt: gebraucht Clarra Trumpf: werden und die können halt nicht mal 'n paar Wochen an Media Campus oder nach Heidelberg, wo's ja auch 'ne gute Berufsschule gibt, die ist aber auch mit Blockunterricht. Ähm, und deswegen find ich halt, grad für den Erhalt von Nachwuchs im unabhängigen Buchhandel ist die Cotta-Schule sehr wichtig.

Kai-Uwe Vogt Mhm, genau. Ja, sind, äh, ja auch stark die, äh, die Filialisten, die zum Beispiel, äh, ihre, äh, ihre Azubis dann gebündelt dann, äh, zum Media Campus Frankfurt, wie du schon gesagt hast, äh, glaub ich, schicken. Aber ja, äh, auch andere. Ähm- Du bist, äh, auch, äh, noch was anderes. Du bist: nämlich, äh, VWLerin, äh, mit Masterabschluss und dann hat's dich aber doch, äh, während Corona und das find ich total spannend, sozusagen doch, äh, man könnte, ich bin fast geneigt zu sagen, auf die gute Seite, äh, aus Buchbranchenperspektive, äh, äh, gezogen. Kai-Uwe Vogt: Ähm, was war da der, äh, der Anstoß, dass du, du könntest da irgendwie auch, äh, so 'ne Wirtschaftskarriere machen und, äh, wahrscheinlich, wenn du jetzt mehr Geld verdienen wolltest, dann, äh, äh, also ich geh davon aus, das Finanzielle war jetzt nicht der große, äh, Anreiz, dann, äh, zu sagen doch Buchhandel, sondern da steckt was anderes dahinter. Clarra Trumpf: Ja, ich glaub, zum groß Geld machen ist niemand in der Buchbranche, aber ich denk, wir sind alle eben mit Herz dabei und das war einfach was, was, ja, Corona auch ausschlaggebend war, dass ich da neue Prioritäten gefunden hab. Ich denk aber auch einfach, das normale Erwachsenwerden, was man in seinen 20ern noch mal macht.

Clarra Trumpf Also der Mensch, der man mit 20: ist oder mit 25 ist und dann der Mensch, der man mit 30 ist, das sind so große Schritte, die da noch mal passieren. Ähm, ja und ich hab halt nachm Abi was Vernünftiges gemacht, ne. Man studiert halt Wirtschaft. Ich war sehr gut in Mathe, deswegen hab ich gedacht, okay, VWL, sehr mathelastige Wirtschaft, Statistik, ja, sehr viel in diese Richtung. Clarra Trumpf: Kann ich, machste halt. Ähm- Aber so gerne ich die Theorie tatsächlich mag, also ich find Wirtschaftstheorie super faszinierend. Ähm, die Berufschancen, die sich daraus ergeben, waren einfach nichts für mich. Und in der Forschung bleiben, hab ich gemerkt, ist halt auch nix für mich. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Clarra Trumpf: Und ja, ich hab dann tatsächlich auch Bewerbungen rausgeschickt und Bewerbungsgespräche geführt, weil ich gedacht hab, ich kann das nicht wegwerfen, die Jahre, die ich da studiert hab.

Clarra Trumpf Aber je mehr Bewerbungsgespräche ich hatte, desto mehr wurde mir klar, das ist nix für mich. Jedes Mal, wenn mir gefragt wurde, warum wollen Sie hier arbeiten, war mein Gedanke, ich will: hier nicht arbeiten. Ähm, das hab ich natürlich nicht gesagt, aber ich denk, das ist einfach was, ja, wo, wo mir klar wurde, dass ich, wenn ich vierzig Stunden die Woche was machen will, dann möcht ich was machen, was mich erfüllt, was mir Spaß macht. Clarra Trumpf: Äh, natürlich les ich super gern. Ich mein, das, da endet man ja in der Regel dann in der Buchbranche. Äh, aber ich find Buchhandlungen auch einfach super wichtig. Die sind so 'n Kern von Innenstädten, dass da noch Leben ist, dass da noch was Schönes ist, dass man da als Gemeinschaft noch zusammenkommen kann. Clarra Trumpf: Ich find Buchhandlungen wichtig für die Leseförderung. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Und du arbeitest in 'ner besonderen Buchhandlung, die ich auch, äh, kenne. Da kommen wir aber, äh, gleich drauf. Roman, du hast eben so, so 'n bisschen, äh, geschmunzelt von wegen, ähm, äh, erst mal was Gescheites studiert, äh, so ungefähr. Also wenn ich gesagt hätte, ähm, gut, jetzt hab ich Literatur studiert, das war auch nicht besser.

Kai-Uwe Vogt Äh, aber wenn ich jetzt meinen Eltern gesagt hätte, ich studier Slawistik, ähm, dann, äh, hätten die mich vielleicht rausgeschmissen, könnt ich mir,: mir vorstellen. Das war bei dir anders, oder? Also bist du da deinem Kopf gefolgt oder hattest du da Widerstände bei deinem Weg? Ruben Höppner: Also ich bin vor dem Rauswurf ausgezogen. Ruben Höppner: Das hat mich schon mal gerettet. Ähm, aber ich hatte auch diesen Gedanken, ich brauch eigentlich was Vernünftiges. Wusste aber eigentlich nicht, wohin und dachte aber, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaften ist eigentlich ganz cool, da fühl ich mich wohl. Ähm, aber wollte nebenbei Politikwissenschaft machen, um irgendwie so 'n Bezug noch zu haben. Ruben Höppner: Vielleicht, äh, 'n diplomatischer Dienst oder so, irgendwie so was hat mir vorgeschwebt. Aber am Ende war mein Abi zu schlecht und dann hab ich halt eins der NC-freien Fächer gebraucht. Das war relativ simpel, die Geschichte. Ja. Und dann hab ich was sehr Unvernünftiges, also so richtig vernünftig. Also irgendwie sind wir so die Literatur- und Kulturwissenschaftlerinnen können alles ziemlich okay.

Ruben Höppner Das heißt, sie ka-kann man eigentlich überall einsetzen, sind aber so sehr spezifisch dann auch nicht so gut. So ist meine Erfahrung. Das heißt, wir sind eigentlich so eierlegende Wollmilchsäue, so 'n bisschen.: Was, was für viele Unternehmen auch ganz toll ist, aber man hat nicht diesen einen Weg, sondern muss irgendwie diesen Weg sehr, sehr holprig manchmal finden. Ruben Höppner: Aber ich musste schmunzeln wegen was Vernünftiges machen. Das klingt so, als wäre die Buchbranche was Unvernünftiges. Ähm, vielleicht ist es das ja auch, aber es erfüllt einen ja. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Spannend. Ja, da könnte man jetzt, äh, lange drüber reden. Es gibt bei dir, Ruben, diese, äh, bi-bisschen lustige Anekdote. Ähm, du wolltest ja eigentlich, äh, also Slawist bist du ja nun mal geworden, aber eigentlich, äh, hat's dich zum Russischen gezogen und Tschechisch sollte dein, äh, Nebenfach werden und dann, ähm, uppsi, schwuppsi, äh, am Formular, äh, falsch rum, äh, eingetragen, aber das hat sich dann als Glücksfall rausgestellt.

Ruben Höppner Genau, deswegen-- Also eigentlich sollte es ja auch nicht mal Tschechisch werden, sondern Politikwissenschaft, aber da kam ich ja nicht rein und deswegen dachte ich, mach irgendwas. Irgendwas, um einfach anzufangen. Die Frist war auch, glaub ich, an dem Tag und so, so Klassiker mit 18, 19. Ja, und ich hab mich verklickt und: das war dann mein Hauptfach und ich hab auch gedacht, ich nehm das als Schicksalswink an und hab dann tatsächlich mich im ersten Jahr, die ersten zwei Semester, jeden Morgen um acht Uhr in die Uni geschleppt und hab morgens von acht bis zehn Uhr Tschechisch gelernt. Ruben Höppner: Jeden Tag. Kai-Uwe Vogt: Weiß auch nicht- Da kommen diese, diese Vorbereitungsdinge. Das ging mir mit Latein übrigens so, äh, zwei Semester, äh, Latein gepaukt wie ein Irrer und dann hab ich gemerkt, äh, ich brauch gar kein Latein. Das war dann auch nicht so prall. Jetzt ist Ruben kurz weg. Wir kämpfen heute wieder bisschen mit der Verbindung. Kai-Uwe Vogt: Aber kann Ruben Höppner: man mich hören? Ja. Ja. Das ist doch schön. Ja, ich weiß nicht, warum mein Video nicht will. Kai-Uwe Vogt: Spannend. Das-- Immer wieder was Neues, aber gut. Ähm Jetzt frag ich mich bei dir, Clara, äh, wie, wie, was für 'n Stellenwert nimmt denn bei dir das Thema Lehre ein? Clarra Trumpf: Äh, in welchem Sinn?

Kai-Uwe Vogt Also die,: bei, da, das Ausbilden des, ähm, Buchhändlerinnen-Nachwuchses. Wie, wie groß ist dieses Thema? Clarra Trumpf: Ähm, also zeitlich bin ich tatsächlich nur einen Tag die Woche in der Schule, aber wenn man jetzt, äh, emotional redet oder so, find ich halt Ausbildung extrem wichtig. Ähm, ich find das Prinzip der dualen Ausbildung in Deutschland einfach ein sehr, sehr gutes. Clarra Trumpf: Ich find, das ist was Besonderes, was, äh, das man auch unterstützen sollte. Ähm, ich find's grad in der Buchbranche wichtig, dass junge Leute nachkommen, weil ich glaub, dass das Buchhandelssterben und das Innenstadtsterben auch damit zusammenhängt, dass es keine Leute gibt, die es übernehmen wollen oder können.

Clarra Trumpf Ich denk, wenn man 'ne Ausbildung gemacht hat, hat man 'nen Einblick in die Branche, wo man auch vielleicht selbstbewusst genug ist, was zu übernehmen. Ich mein, eine von den anderen Nominierten, die Susan, ist: ja Quereinsteigerin und hat 'ne Buchhandlung aufgemacht. Klar. Ähm, aber durch Ausbildung bekommen wir Nachwuchs in der Branche. Clarra Trumpf: Nur durch Nachwuchs in der Branche bleibt die Branche bestehen. Und ich denk, 'ne gute, solide Ausbildung bildet einfach 'ne Grundlage dafür, Clarra Trumpf: dass qualifizierte Leute in die Branche kommen, aber auch in der Branche bleiben. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Ich mach an der Stelle mal 'n kurzen Cut, äh, weil zum einen, glaub ich, bin ich eingefroren. Kai-Uwe Vogt: Ruben ist, äh, komplett weg. Hörst du uns noch, Ruben? Ruben Höppner: Ich hör euch total gut und ich seh euch total gut, aber ich se..., bin selber nicht zu sehen und ich find ganz toll, was du gesagt hast. Ist die Frage, ob ich kurz einmal rausgehe. Kai-Uwe Vogt: Ja, genau das wollt, deswegen, ich würd's auch kurz vorschlagen. Hüpf doch einmal raus und dann hol ich dich wieder rein und dann schneiden wir das hier. Kai-Uwe Vogt: Kurz raus. Ach, jetzt ist mein Bild auch. Clarra Trumpf: Ja. Kai-Uwe Vogt: Was ist das denn zum Kackafiss? Warum ist es wieder da? Hm. Kai-Uwe Vogt: Hm. Clarra Trumpf: Ja. Noch eingefroren, oder? Also dich sehe ich jetzt wieder richtig, aber, hm. Kai-Uwe Vogt: Seltsam. Also ich höre dich nach wie vor gut. Clarra Trumpf: Ja, hören ja. Kai-Uwe Vogt: Mal gucken, wie das hier, wie das hier weitergeht Hast du eigentlich deinen Applaus von mir bekommen? Nee, oder Ruben war, nee, Ruben hat dies danach, ich bin im Material auch schon ganz, ganz wuschig. Oh nein, ich hoff Zoom. Oh, Zoom kracht ab. Also wenn, äh, du gleich, äh, wenn das Meeting gleich kollabiert, äh, noch mal neu. Kai-Uwe Vogt: Doch, jetzt ist Ruben da, jetzt bin ich weg. Es darf immer nur einer von uns beiden das Video benutzen. Das wird, der stellt hier auch permanent irgendwie meine, äh, mein Mikrofon und meine Kopfhörer irgendwie um. Ruben Höppner: Oh, du bist zu sehen. Jetzt. Toll. Hallo. Kai-Uwe Vogt: Cool, hi. Okay, nee, läuft der noch weiter? Nee, dann steigen wir von da, äh, ein. Kai-Uwe Vogt: Du hattest-- Wir waren grad beim Thema Nachwuchs. Okay, und da steigen wir, äh, dann jetzt wieder ein. Clara, wie ist das? Ähm, äh, du, also wir haben verstanden, du bildest keine aus, zu dir ist es 'n Anliegen, es ist dir wichtig. Äh, ist das aber auch 'ne Tätigkeit, das Lehren, äh, das dir besonders viel Spaß macht, das irgendwie bereichernd ist? Kai-Uwe Vogt: Was fasziniert dich da dran?

Clarra Trumpf Ja, es macht Spaß, wenn man jemandem was beibringt und man merkt, dass die das verstanden haben oder dass es denen da Spaß macht oder dass man denen was beigebracht hat. Das ist einfach, ich glaub, was generell einfach Spaß im Leben macht, wenn man jemand anderem was erklärt und man sieht, dass sie das verstanden: haben oder man sieht, dass es denen was gebracht hat, dass sie das jetzt wissen. Clarra Trumpf: Ähm, für mich persönlich ist es aber auch super spannend, einfach 'n Einblick in die Bereiche von den Schülerinnen zu bekommen, was die mir erzählen aus ihren Betrieben, ähm, weil in so vielen Betrieben arbeitet man in seinem Leben nicht, wie man da dann mitkriegt, wie das da abläuft, was die machen. Äh, das find ich auch einfach, ja, für mich sehr bereichernd, dass ich da Kai-Uwe Vogt: mitkriege, wie man, wie man Lehrpläne ausführen Clarra Trumpf: kann. Clarra Trumpf: Ja. Kai-Uwe Vogt: Robin, bist du auch, äh, du bist ja auch in der Lehre an der Uni Potsdam tätig und kennst das ja durchaus, äh, auch. Ähm, wie teilst du dir das mit deinem, äh, Verleger-, äh, Dasein auf? Also du pendelst ja dann zwischen Potsdam und Berlin, wo der Verlagsitz ist. Wie, wie geht sich das aus? Ruben Höppner: Mit sehr viel Planung.

Ruben Höppner Ähm, also ich hab 'ne halbe Stelle an der Uni Potsdam und die teilt sich auf in Lehre und in meine: Dissertation, die ich auch noch grade schreibe. Ähm, die Rolle kommt noch dazu. Ähm, das heißt, ich pendel da eigentlich zweimal die Woche hin, ein bis zweimal die Woche. Ist jetzt aber wegen Deutsche Bahn Umbau noch 'n bisschen komplizierter geworden. Ruben Höppner: Ähm, das heißt, manchmal versuch ich's auch zu vermeiden, wenn ich die Lehre nicht hab, dass ich dann meine Arbeiten hier mache vor Ort oder an der Bibliothek in Berlin. Ähm, aber ich wollt eben noch was zu dieser, zum Lehren sagen. Es ist was unfassbar Schönes. Also auch diesen Einblick zu bekommen in andere Lebensrealitäten, Menschen was beizubringen, den Horizont zu erweitern, aber auch gechallenged zu werden. Ruben Höppner: Das ist unfassbar schön. Also eigentlich ist es einer meiner Lieblingstage in der Woche.

Kai-Uwe Vogt Mhm. Spannend. Das hab ich mir, äh, schon fast, äh, irgendwie, äh, gedacht. Ähm, na gleichzeitig, äh, frag ich mich natürlich auch, ne, du hast ja so viele Hüte, äh, auf, auch weil, äh, der Verlag ist ja, ähm, auch 'ne One-Man-Show sozusagen, wo du auch, äh, viele Hüte aufhast, dich: da verstärkst. Kai-Uwe Vogt: Also natürlich gibst du bestimmte Sachen raus, Übersetzungen und, äh, was man alles so rausgibt, aber du machst ja auch ganz viel selbst, ne, äh, Presseveranstaltungen, äh, Lektorieren, Programmplanung, äh, ähm, ja und dann hast du diese, diese ganzen Tätigkeiten und diese ganzen Hüte und du hast schon gesagt, das, was, äh, so der Endgegner, ähm, erst mal war, war, äh, Zeitmanage, also sich selbst zu managen. Kai-Uwe Vogt: Was ist da deine Strategie? Ruben Höppner: Ähm, also das eine ist, dass ich mir feste Arbeitsblöcke geb am Tag. Also ich hab quasi Dates mit mir selber und besprech dann ein bestimmtes Thema mit mir selber, weil es ist einfach 'ne Fülle von Aufgaben, die nicht aufhört. Also ich hab, weiß es nicht, dreihundert offene Tasks so.

Ruben Höppner Das kann ein Mensch nicht erfassen, das kann ein Mensch nicht strukturieren. Das heißt, äh, ich muss immer sagen „Okay, heute mach ich dieses Thema. Heute beschäftige ich mich mit Vertrieb.“ Ähm, so das mu-- da, da muss ich mich strukturieren und: tatsächlich aufhören, Pausen machen. Ähm, weil eben, es hört nicht auf und das ist das Allerwichtigste. Ruben Höppner: Also ich hör dann einfach auf und dann bin ich auch privat Mensch und, äh, hab nicht noch meine, check nicht noch meine Mails oder so, weil das wichtig ist, weil sonst, äh, dreht man durch und ich war, glaub ich, auch schon mal kurz davor, vor so 'ner Art Burnout am Anfang. Äh, und das hat mir dann, das war so 'n Warnschuss und da hab ich gedacht: „Nee". Ruben Höppner: Also Pausen sind super wichtig, Wochenende ist super wichtig. Äh, aber jetzt ist es grad schön, dass wir auch nach meiner Arbeitszeit noch quatschen. Kai-Uwe Vogt: Ja, das ist doch 'n russisches Sprichwort, oder? Äh, Arbeit ist kein Hase. Ruben Höppner: Arbeit ist kein Hase. Kai-Uwe Vogt: Läuft nicht Ruben Höppner: weg. Bin mir grad gar nicht so sicher. Aber ja, aber Arbeit ist kein Hase. Ruben Höppner: Ja. Kai-Uwe Vogt: Ja, da, das

Kai-Uwe Vogt kann ich mir richtig gut vorstellen. Das find, find ich auch ganz, äh, ganz smart gleichzeitig. Äh, du hast ja den Verlag, äh, übernommen, ähm, von Margarita Stein, äh, also von der Witwe. Das, äh, dem, das Ehepaar hat den Verlag: zusammen gegründet, aber es gab so das, äh, äh, Mastermind und die Idee, äh, kam, äh, vom, vom Verleger, äh, Detlef Stein und seine Frau hat's weitergeführt und du hast dann den Verlag, ähm, übernommen, äh, Sommer 2024, äh, war das. Kai-Uwe Vogt: Ähm, da gehört ja 'ne Menge Mut dazu, ne? Also du warst ja zu dem Zeitpunkt, äh, unterstell ich mal, eigentlich auch schon, äh, jetzt nicht unausgelastet, dass du gedacht hast: „Wo geh ich denn hin mit meiner Zeit?" Ähm, was hat dich dann, äh, geritten zu sagen: „Nee, das mach ich jetzt. Das mache, das krieg ich jetzt auch noch hin." Ruben Höppner: Eigentlich das, was Clara auch schon gesagt hat. So, ich wollt nicht in der Wissenschaft bleiben. Es ist so Irgendwie hab ich das Gefühl gehabt, dass ich da gar nicht so richtig Zugang zur echten Welt habe. Auch wenn ich die, mir die echte Welt angucke und sie analysiere, kann ich irgendwie nicht so wirken in der echten Welt.

Ruben Höppner Und es war schon immer mal so 'ne Idee, vielleicht auch so was wie Verlag zu machen, aber das kam mir dann so 'n bisschen gelegen, weil: ich schon gehadert habe, damit will ich eigentlich da bleiben. Jetzt schreibe ich so 'ne Doktorarbeit und dann, ähm, kann ich noch sechs Jahre an der Uni arbeiten und dann 'ne Professur. Ruben Höppner: Bin ich, bin ich das? Bin ich ein zukünftiger Professor? Ich weiß nicht. Und ansonsten hänge ich dann mit Mitte, Ende dreißig irgendwie rum und hab mich nicht anders weitergebildet. Das war für mich irgendwie keine schöne Option. Hab dann so 'n bisschen hin und her überlegt und dann kam mir das irgendwie sehr gelegen. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Da spricht 'ne große Neugierde, äh, draus. Äh, apropos weiterbilden, also man mu-- du musst ja, du hast ja schon gesagt, ne, äh, äh, du machst Dates mit dir selbst und hast dann, ne, äh, den Hut auf und du musst dir eigentlich, äh, a-also ein Expertenwissen auf so vielen Feldern dir, äh, on the fly, äh, aneignen. Das stell ich mir extrem herausfordernd, äh, vor.

Kai-Uwe Vogt Ähm, wo holst du dir den ganzen Input? Also Kurt-Wolff-Stiftung, äh, hab ich gelesen. Es scheint mir auch naheliegend, aber wo saugst du das alles-- Du machst grad den Fachwirt am Media Campus, äh, da geht's vorm, um,: äh, Marketing und Vertrieb, glaub ich auch. Ruben Höppner: VWL und BWL deswegen, ähm. Kai-Uwe Vogt: Genau. Hier gibt's auch eine VWLerin deines, äh, Vertrauens, die in der Lehre durchaus einschlägig- Ruben Höppner: Versiert ist. Kai-Uwe Vogt: Versiert ist, genau. Genau, aber Ruben Höppner: was, was hast du- Kann sie mir in der Zukunft sehr helfen. Weiß ich lieber Kai-Uwe Vogt: nicht. Ruben Höppner: Ähm, ja, ich, ich glaube, ich hab so diesen Charakter, ich mach und dann lerne ich durch Fehler lieber, als irgendwas am Anfang perfekt zu können. Ähm, und dann hab ich, ich bin 'n bisschen frech. Ich frag halt Leute. Ruben Höppner: Ich hab Leute angerufen einfach, ähm, ob sie's wollten oder nicht und hab halt mal gefragt. Wen denn? Hast du jemand Speziellen? Ähm, speziell jetzt nicht, aber zum Beispiel die Kurt-Wolff-Stiftung, aber da, die ist ja auch dafür da. Aber ich hab auch einfach beim Finanzamt angerufen und ich bin an nette Leute geraten und die haben mir dann Sachen erklärt. Ruben Höppner: Kostenlos. Ähm-

Kai-Uwe Vogt Finanzamt: ist immer nur, die sind am Telefon, kann ich es auch bestätigen. Habe ich auch schon Ruben Höppner: oft gehört. Das ist großartig, weil ich hatte einfach keine Ahnung. Ich hab keinen BWL-, keinen VWL-Hintergrund, nichts. Ich bin, ich, ich lese Bücher und analysiere sie. Das ist mein Hintergrund. Und dann soll ich irgendwie Rechnungswesen können. Ruben Höppner: Ja, konnt ich halt nicht und deswegen hab ich dann Leute befragt. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Und, ähm, das, äh, scheint so zu funktionieren. Du sprichst ganz offen über die Herausforderungen, also auch die finanziellen, äh, Herausforderungen, äh, mit 'nem sehr, äh, großen Mut und sehr offen, äh, darüber, wie, äh, schwierig das ist, äh, da am Markt, äh, zu bestehen. Kai-Uwe Vogt: Jetzt könnte man sagen, äh, Frankfurter Buchmesse, Ehrengast, äh, Tschechien, genau dein Ding. Ähm, aber, äh, ja, aber

Ruben Höppner Verschiedene Abers. Ähm, erst mal Das ist einmal, das sind vier, fünf Tage und dann gibt's die Zeit danach. Die macht mir echt größere Sorge als die Zeit bis dahin. Zum Zweiten Ich hab,: ich hab nicht 'ne große Marketingmaschinerie hinter mir. Also ein größerer Verlag kann einfach viel mehr machen und kann viel mehr einschlagen. Ruben Höppner: Und wenn wir jetzt, und deswegen ist gut, dass wir beide hier sind in dem Call oder in diesem Gespräch. Ich muss ja auch in die Buchhandlung kommen und das können größere Verlage viel einfacher und die Wege sind viel geebneter. Und, ähm, zeitökonomisch ist es für Buchhändler:innen auch so was, also warum sollen sie sich so 'n kleines Programm angucken? Ruben Höppner: Die müssen auch überleben, die legen sich die Sachen hin, die gut funktionieren und mutig zu sein ist schwierig. Das kostet auch Geld, auch für Buchhändler:innen. Und da hab ich's dann echt schwer. Ich will gar nicht so sehr jammern, aber das ist einfach die Realität und, äh, das macht mir so Sorge. Also schön, Buchmesse und wahrscheinlich krieg ich da dann auch 'n bisschen Sichtbarkeit, aber was danach. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Hast du- Ruben Höppner: Bin nicht unter irgendwelchen Fittichen oder so. Vielleicht auch noch nicht, keine Ahnung. Jetzt grade- Wollt ich grade

Kai-Uwe Vogt fragen, wie du vertrieblich, ne, es gibt ja auch Vertriebskooperationen von Unabhängigen,: ähm. Ruben Höppner: Ich hab das schon, hab das schon bei einigen mal angefragt, aber ich glaube, ich bin noch 'n bisschen zu uninteressant, hab ich's Gefühl, wenn ich jetzt ganz offen sprechen darf. Ruben Höppner: Ähm, und deswegen muss ich mich da sehr hart rauskämpfen. Das heißt, sehr viel investieren eigentlich auch an Zeit, bis ich vielleicht interessant genug bin. Clarra Trumpf: Mhm. Ruben Höppner: Außer, außer es gibt jemand, der einfach Bock hat, aber das ist natürlich auch schwierig, weil das oft, äh, finanzielle Sachen sind. Und, ähm, ich bin halt noch, ich hab noch nicht den Umsatz, den halt andere mittelgroße Verlage. Kai-Uwe Vogt: Zumindest bei der Außenwahrnehmung, das will, will ich nicht unterschlagen, hilft vielleicht der Deutsche Verlagspreis. Den hast du ja erhalten. Du hast, nehm ich mal ganz schwer an, äh, bewirbst du dich jetzt für den Berliner Verlagspreis. Ruben Höppner: So ist es. Ich hab mich beworben und mal gucken, was rauskommt. Ja. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Kai-Uwe Vogt: Ja, ich drück dir auf jeden Fall die Daumen. Äh, nebenbei reitest du, glaub ich, zum Entspannen. Stimmt das? Oder- Ruben Höppner: Ich? Kai-Uwe Vogt: Ja, stimmt das? Ruben Höppner: Nein.

Kai-Uwe Vogt Nein, cool. Wer weiß, wo du: diese Information Ruben Höppner: her hast. Vielleicht hat die KI sich dazu gar nicht aus. Ich, meine Schwester hatte mal 'n Pferd und ich kann also theoretisch reiten. Ruben Höppner: Ähm, aber wann bin ich's letzte Mal geritten? Keine Ahnung, 15 Jahre her. Das ist spannend. Soll ich weitere Kai-Uwe Vogt: Hobbys von dir, äh, erfinden? Hast du überhaupt Zeit für Hobbys? Ruben Höppner: Ich hab Hobbys leider grade aufgegeben. Also ich hab mit meiner Partnerin, die auch, das möcht ich noch mal sagen, die auch im Verlag sehr, sehr viel mithilft. Ruben Höppner: Ähm, das ist quasi 'ne halbe Stelle, die unentgeltlich noch dazukommt, ähm, und eben auch manchmal nach 18 Uhr. Das darf man wirklich nicht vergessen. Es klingt immer so, dass ich das alles alleine mache, aber es gibt einfach Menschen, die im Hintergrund voll viel unterstützen aus Familie, Freundeskreis und so weiter. Ruben Höppner: Ähm, aber wir haben, äh, ein, einen Garten. Und da ver-verbringen wir sehr viel Zeit, äh, und gucken den Pflanzen beim Wachsen zu. Das ist auch schön. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Clara, wo entspannst du? Wo ziehst du Energie raus?

Clarra Trumpf Äh, ich bin großer: Brettspielfan. Ich hab jetzt seit diesem Jahr 'ne Dungeons and Dragons-Gruppe, wo ich DM. Das sind so meine, ja, seit dem Lockdown- Spielst du oder leitest du? Ich leite tatsächlich zur Zeit. Ah, ja, das ist ja interessant. No, ein bisschen schwierig, aber es macht sehr viel Spaß und das find ich jetzt auch so eben bisschen kreativ und, ja, ich mag einfach Brettspiele mit vielen Regeln. Clarra Trumpf: Je dicker das Regelbuch ist, desto besser. Kai-Uwe Vogt: Spannend. Mhm. Äh, ich hab vorhin, äh, ganz am Anfang hab ich gesagt, wir reden auf jeden Fall noch über die Buchhandlung Taube in Waiblingen, weil die ist wirklich ' Clarra Trumpf: n, Kai-Uwe Vogt: äh, sehr einmaliger Ort, weil ihr seid ja in einer ehemaligen Kapelle aus dem 15. Jahrhundert drin. Kai-Uwe Vogt: Ich hab sie auch schon besucht und sogar gefilmt, äh, und kenn deswegen deinen Chef Markus Schneider auch. Clarra Trumpf: Ja. Ja, das ist tatsächlich die Filiale in Marbach. Also der Markus hat ja zwei Läden, einmal in Marbach, einmal in Waiblingen. Marbach ist es in der Kapelle. Kai-Uwe Vogt: Stimmt, äh, in Marbach. Clarra Trumpf: Waiblingen ist auch sehr, sehr schön. Kai-Uwe Vogt: Aha, aber

Clarra Trumpf du bist in Waiblingen.: Nee, ich bin in Marbach. Ja. Aber du hast grad Waiblingen gesagt. Genau. Kai-Uwe Vogt: Gut, dann hab ich nur die Orte verwechselt, aber die, die, äh, die Kapelle, äh, äh, richtig erinnert. Okay, da-das ist ja dann gut. Da bist du, äh, äh, es gibt ja diese, äh, natürlich diese Empore, dieses, äh, Obergeschoss. Kai-Uwe Vogt: Ich nehm an, dass die Orgel, äh, oder vielleicht oder weiß ich nicht, wa-was da mal stand, aber das hast du jetzt sozusagen unter deinen Fittichen und hast 'ne Jugendbuchecke. Also Clarra Trumpf: mit-- D-da war ich noch in der Ausbildung und die Kollegin, mit der ich das gemacht hab, äh, die Annika Stanger, die war da auch sehr federführend. Clarra Trumpf: Ähm, ja, das war eigentlich ganz interessant, weil wir wollten Manga, New Adult, diese ganzen Sachen, die junge Leute in den Laden bringen, erweitern. Und wir wussten nicht so recht, was wir mit der Empore machen sollen, weil das Gebäude ist von 14hundert, ich glaub, 34. Also denkmalgeschützt, absolut nicht barrierefrei.

Clarra Trumpf Ähm, bitte nicht auf die Zahl festlegen. Es könnte auch: 36 oder 38 oder irgendwas andere sein. Irgendwann um den Dreh rum. Äh, ja, und dann haben wir halt gesagt: „Okay, wer, wer kann denn Treppen laufen?" Und ja, das funktioniert echt gut da oben. Das ist echt schön. Man merkt auch immer, dass Teenager reinkommen und hochrennen. Clarra Trumpf: Das sind dann die, die nicht mal Hallo sagen oder so, aber irgendwie ist es ganz cute und sitzen vor den Regalen und so. Das, ja, ist schon schön da zu le... sehen, dass es angenommen wird und dass es halt, ja, weniger junge Leute gibt, die lesen, aber es gibt auch noch Teenager, die lesen. Es gibt auch Kinder, die lesen.

Kai-Uwe Vogt Genau, wir wollen jetzt nicht auf die aktuellen, äh, Zahlen eingehen, die mit den Lesern, Käufern schwund, die heute kamen. Minus, oh Gott, fast irgendwas zwischen 30 und 40 % genau in dieser Zielgruppe. Aber ich mein, gut, das sind, äh, Käufer, äh, und Leser, äh, hab ich mir gedacht, sind auch zwei Paar Schuhe, even-eventuell, aber, äh, besser macht's den, äh,: Befund wahrscheinlich jetzt auch nicht. Kai-Uwe Vogt: Wenn du jetzt, ähm, äh, es noch mal neu, äh, machen würdest, äh, Clara, könntest du dir vorstellen, auch, äh, weiß nicht, i-in den Verlag, äh, oder auszuwandern nach, äh, Rio oder ich weiß nicht, äh, hast du irgendwelche verrückten Träume, wo du sagst oder Slawistik studieren? Ich weiß nicht, äh, gibt's da was bei dir? Clarra Trumpf: Einerseits bin ich so der Meinung, alles, was ich je gemacht hab, hat mich zu dem Punkt jetzt geführt und grad im Moment bin ich sehr zufrieden mit meinem Leben. Andererseits bin ich auch so jemand, wenn ich im Lotto gewinnen würde, würd ich vielleicht sagen, ich arbeite nur noch fünfzig Prozent und studier nacheinander alles Mögliche, was mich grad in dem Moment interessiert. Clarra Trumpf: Was wär das? Weil ich einfach sehr gerne lerne. Was wär das erste, wofür du dich Kai-Uwe Vogt: einschreibst?

Clarra Trumpf Vielleicht irgendwas mit Geschichte oder Archäologie. Ich würd auch, glaub ich, gern, äh, also wenn Sprachen, dann eher in die romanischen Sprachen, vielleicht Romanistik. Ähm, ich würd sehr gern Mathe studieren tatsächlich, auch wenn das vielleicht jetzt überraschend: klingt. Clarra Trumpf: Ja, gibt schon so 'n paar Sachen, wo ich einfach gern machen würde, ohne den Druck, 'n Abschluss machen zu müssen, ohne den Druck, Noten dafür zu kriegen. Ähm, oder was ich auch supergern mal machen würde, ich-- das ist auch total unrealistisch, aber einfach sechs Monate in 'n Verlag, sechs Monate bei Umbreit mal im Vertrieb oder im Einkauf, irgendwie überall mal sechs Monate beim Börsenverein arbeiten, dass man mal von allem was mitkriegt. Clarra Trumpf: Mhm. Äh, ja, einfach weil ich gern neue Sachen lerne. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Ruben, was machst du, wenn du im Lotto gewinnst? Ruben Höppner: Ähm, ich glaub, irgendwie, ähm, mehr mit den Händen arbeiten tatsächlich, körperlich arbeiten. Ich würd gern irgendwie vielleicht, äh, in die Landwirtschaft gehen oder so. Oder, oder mit Menschen. Menschen und Landwirtschaft vielleicht auch, dass man irgendwie ein Jugendprojekt macht.

Ruben Höppner Oder ich komme aus einer, aus 'nem Background, wo-- Also meine Mutter hat mit Menschen mit Behinderungen gearbeitet beziehungsweise arbeitet noch und das find ich eine schöne Arbeit und das kann man ja auch verbinden. Mein Vater auch. Ähm, so was fänd ich schön,: dass ich einfach unabhängig bin finanziell und dann irgendwie mit den Händen arbeiten kann, abends dreckige Hände hab und, äh- Deinen Clarra Trumpf: eigenen Reiterhof. Ruben Höppner: Genau, den Reiterhof, äh, damit ich dann auch mal jeden Tag reite. Ähm, nein, aber tatsächlich, weil irgendwie, man muss sehr viel denken und sehr viel Dinge im Kopf durchrechnen und so weiter. Und irgendwie ist es sehr schön, was mit den Händen zu tun. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Spannend, spannend, spannend. Jetzt kommt der Moment, wo ihr ein absolutes Lieblingsbuch, äh, empfehlen könnt. Kai-Uwe Vogt: Ruben, bist so excited. Okay, dann fang du mal- Ruben Höppner: Nein. Kai-Uwe Vogt: Dann fang du mal an. Ich bin gespannt. Du hast Ruben Höppner: es so exciting, so, so aufgebaut. Ähm, nee, dann fang, fang ich an. Ähm, das ist 'n Buch-- Wenn mich Leute fragen: „Was ist dein Lieblingsbuch?, dann nenn ich das, weil ich find's super schwierig, 'n Lieblingsbuch zu benennen.

Ruben Höppner Es gibt so viele tolle Bücher, aber ich würd sagen, was über alle Zeiten so 'n Lieblingsbuch ist, ist von Fernando: Pessoa. Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares. Langer Titel. Bin so 'n bisschen von Fernando Pessoa, portugiesischer Schriftsteller, also 'n bisschen die, das Zusammenfass..., also viele gesammelte Sachen. Ruben Höppner: Er schreibt grandios, ähm, wirklich 'n Riesenvorbild und, äh, ist auch 'n Schinken. Ähm, deswegen das ist, wenn Leute Spaß am Lesen haben, dann absolut Fernando Pessoa. Kai-Uwe Vogt: Mhm. Spannend. Ich hätt jetzt, äh, die Hand ins Feuer gelegt, dass jetzt, ähm, ein osteuropäischer Titel kommt, aber das ist immer. Clara, was empfiehlst du? Clarra Trumpf: Äh, also ich find's auch superschwer, weil ich mein, mein Lieblingsbuch ist auch immer sehr geprägt von Recency Bias, also irgendwas, was ich in den letzten drei Monaten gelesen hab. Aber ich glaub, die Frage war, was ich am häufigsten empfehle. In meiner Pri-privat, was ich am häufigsten empfehle. Und das ist tatsächlich, äh, „Ebe Sommer von Franziska Genzler. Kai-Uwe Vogt: Mhm.

Clarra Trumpf Ja.: Ja, ändert sich bei mir sehr, sehr häufig tatsächlich. Äh, ich find die Franziska Genzler klasse. Da kommt jetzt auch Ende August ihr neuestes raus, ihr drittes Buch, Orca. Äh, hab ich noch nicht gelesen, aber ist ja auch noch nicht raus. Äh, ist im Kein & Aber Verlag erschienen. Ähm, d-da geht's um 'ne junge Frau, die hat 'n Hotel in was, was früher 'n Kurort war. Clarra Trumpf: Spielt wahrscheinlich in einer relativ nahen Zukunft, in der das halt kein Kurort mehr ist, weil da ständig Waldbrände sind. Und in eben einer dieser viel zu heißen Sommer, in der alles von Waldbränden, äh, die ganze Umgebung dadurch erschüttert ist, kommt in dieses Hotel 'ne junge Mutter mit 'ner Tochter, die ganz offensichtlich auf der Flucht sind.

Clarra Trumpf Und die Iris freundet sich dann so 'n bisschen mit der Mutter an, ist sich aber nicht sicher, ob die Mutter auf der Flucht ist von 'nem gewalttätigen Mann, ob das Kind in Gefahr ist von der Mutter, was genau da los ist. Ähm, und diese thematische Vernetzung von Klimawandel und: häuslicher Gewalt ist unglaublich gut gemacht. Clarra Trumpf: Also das sieht man vielleicht nicht, die Parallelen, wenn ich jetzt so drüber rede, aber wenn man das liest, das ist so gut ineinander verwoben. Es ist sprachlich so 'ne Wucht. Äh, das hat, ich glaub, grad 200 Seiten und das nimmt einen so mit und ja, einfach ein ganz, ganz großartiges Buch, das ich jedem empfehle. Clarra Trumpf: Äh, ich hab's auch schon zweimal verschenkt. Man muss es nicht im Hochsommer lesen, aber grad natürlich mit unserer Hitzewelle auch sehr aktuell. Ruben Höppner: Boah, man merkt, du bist 'n Profi. Ist ja wirklich krass. Ich will das jetzt grad zehnmal kaufen. Kai-Uwe Vogt: Wow. Ruben Höppner: Wow. Respekt. Kai-Uwe Vogt: Ja, ich musste eben ein bisschen, äh, an, am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und sprengen Dinge in die Luft denken. Kai-Uwe Vogt: Da hast du auch dieses, äh, Sommerwaldbrand, äh, Setting und eine Gefahr. Genau, ist hochspannend. Wir enden damit, äh, dass ihr der Buchbranche etwas wünschen dürft.

Kai-Uwe Vogt Clara, was ist: dein... Cool, ne? Clara, was ist dein Wunsch an die, an die Branche? Clarra Trumpf: Ja, ich denk vielleicht auch dadurch, dass es Ruben und ich das Jahr zusammen interviewt wurde, wünsche ich uns allen einfach, dass uns die Individualität im Buchhandel erhalten bleibt. Es gibt Konzerne sowohl im Buchhandel als auch, äh, im Verlagswesen, aber das ist nicht prägend von der Buchbranche. Clarra Trumpf: Ich find, von der Buchbranche ist prägend, dass wir viele noch kleine unabhängige Läden und Verlage haben. Ich würd mich freuen, wenn die Regierung da mehr unterstützt, auch wenn unsere jetzige da ja interessantere Dinge tut. Ähm, ich wünsche mir, dass der Börsenverein da auch immer weiter hinterherbleibt, dass wir uns Unabhängigkeit erhalten, dass wir uns Individualität erhalten und dass wir vielfältig bleiben. Kai-Uwe Vogt: Ja, vielen, vielen Dank. Ruben applaudiert auch. Ruben, was ist dein Wunsch für die Buchbranche?

Ruben Höppner Ähm, wahrscheinlich überschneidet sich's 'n bisschen, aber ich versuch's noch mal in meinen Worten zu formulieren.: Also ich wünsche mir zum einen, dass sich, dass die Buchbranche weniger ängstlich auf Veränderung guckt, ähm, sondern Veränderung als eine Chance begreift und dass unabhängige Verlage und unabhängige Buchhandlungen und junge Stimmen, also Nachwuchs und so weiter, nicht so als 'n Randphänomen gesehen werden, sondern auch als die Zukunft, ähm, die man unterstützen sollte. Ruben Höppner: Auch eben von der, von der Regierungsseite, aber auch eben in der Branche selber. Weil oft wirkt das so 'n bisschen, als wär das so 'n Randphänomen. Total wichtig, aber die großen Player sind ja auch da, da steckt ja das wichtige Geld und das würd ich mir wünschen, dass sich das ändert. Kai-Uwe Vogt: Ja, vielen, vielen Dank dafür. Vielen Dank für eure Zeit. Wie gesagt, die Wahlkabine beim Börsenblatt Young Excellence Award ist noch offen bis zum 15. Juli. Ihr beide seid nominiert und ich drück euch die Daumen. Vielen Dank, dass ihr da wart.

Ruben Höppner Danke: dir.

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